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Wir müssen nicht verhungern | WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

Getreideversorgung

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine stellt die ausreichende Getreideversorgung in afrikanischen und asiatischen Ländern auf eine harte Probe. Wir spüren deutlich, wie sich die Preisspirale nach oben dreht. Eine Entwicklung, die schon vor Ausbruch des Krieges begann. Verbrämter Alarmismus zugunsten der Agrarlobby ist aber trotzdem völlig fehl am Platz.

Von Siegfried Hetz

Die österreichische Bundesregierung hatte für den 3. Mai im Bundeskanzleramt einen Versorgungsgipfel angesetzt. Gastgeberin neben dem Bundeskanzler war Elisabeth Köstinger, bis 9. Mai Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. Weiters war die Bundesregierung durch Werner Kogler und Finanzminister Magnus Brunner vertreten. Anlass für den Gipfel gab der fortschreitende Krieg Russlands gegen die Ukraine, der zu weltweiten Verwerfungen auf dem Getreidemarkt führen wird. Hierzulande „besteht derzeit kein Grund zur Besorgnis. Die Lebensmittelversorgung in Österreich ist aktuell gesichert“, so die Eingangsbotschaft der Ministerin. Recht viel mehr als einzelne Positionierungen u.a. zum Thema Preissteigerung und deren Abfederung, war offensichtlich nicht zu vernehmen, sieht man von der Forderung ab, den Grad der Eigenversorgung zu erhöhen. Und damit sind wir an dem Punkt angelangt, wo Elisabeth Köstinger vor wenigen Wochen begann, Alarm zu schlagen, weil sie die Versorgungslage in Österreich aufgrund des Krieges gefährdet sah. Damit verbunden preschte sie in der Freigabe der Brachflächen vor.

Biodiversität wird geopfert

Die EU-Kommission gab im März bekannt, dass sie in Form einer außergewöhnlichen und befristeten Ausnahmeregelung das gesetzlich festgeschriebene Brachland zur Bebauung freigibt. Bei diesem handelt es sich um jene fünf Prozent des Ackerlandes, die als ökologische Vorrangflächen auszuweisen sind, um in den Genuss der ungekürzten Direktzahlungen aus der EU-Agrarförderung zu kommen. Davon betroffen sind landwirtschaftliche Betriebe mit einer Gesamtackerfläche von mehr als 15 Hektar. Mithilfe dieser Brachflächen soll die Biodiversität –Vielfalt der Ökosysteme und Mannigfaltigkeit der Arten – gewährleistet werden. In einer Anfragebeantwortung vonseiten des Ministeriums heißt es dazu: „Die Brachflächen werden für die Produktion von Getreide, Mais und Soja nutzbar gemacht. Damit kann die Produktivität der EU gesteigert werden, um mögliche Ertragsausfälle, auch ausbleibende Beiträge aus der Ukraine für das World Food Programme abzufedern. Für Österreich bedeutet das, dass rund 9.000 Hektar Brachflächen für die Produktion nutzbar gemacht werden, europaweitsind es vier Millionen Hektar. Bestehende Verträge zu Biodiversitätsflächen im Agrarumweltprogramm ÖPUL bleiben von dieser Ausnahmeregelung unberührt. Diese rund 45.000 Hektar Ackerflächen bleiben weiter[1]hin als Flächen mit besonders positiver Umweltwirkung erhalten.“

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Foto: iStock.com/etherpoon

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